Anett Janke
Wehrheim (Ts.) und Werdau

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Kleiner Aylan ganz groß

Ein Bild, welches mich auf meiner dieswöchigen Fototour sehr bewegte, war das des ertrunkenen Flüchtlingsjungen Aylan Kurdi, welches ich von der Deutschherrnbrücke aus an der Molenmauer am Frankfurter Osthafen entdeckte.

Das Bild des dreijährigen Jungen, welches wie kaum ein anderes die menschliche Tragödie der aktuellen Flüchltlingskrise widerspiegelt, hatte vergangenes Jahr weltweit für Entsetzen gesorgt. Anfang September 2015 war Aylan tot an den Strand des türkischen Urlaubsortes Bodrum angespült worden.

Wie die Presse im Laufe dieser Woche berichtete, entstand das Bild durch die Künstler Oguz Sen und Justus Becker infolge der hessischen Kommunalwahlen Anfang März 2016, bei denen die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) in nahezu allen Gemeinden, in denen sie angetreten war, zweistellige Prozentsätze erreichte.

In einem Pressebericht wurde einer der beiden Kunstler wie folgt zitiert: „Wenn ich nur ein Prozent der Leute, die es sehen, damit zum Nachdenken bringe, dann hat es sich schon gelohnt.“

Was mich betrifft, so hat das Bild seine Wirkung nicht verfehlt. Und ich bin mir sicher, dass ich nicht allein bin.

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